A Mátyás Pince története

Seit 105 Jahren für die Gäste

Aufruf des Gründers des Restaurants:
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit Freude teile ich Ihnen mit, dass ich am 30. Tag des laufenden Monats, am Samstag in Budapest, im Bezirk IV, auf dem Platz Eskű tér Nr. 6. (an der Kreuzung der Duna Straße und Kéményseprő Straße) mit dem Namen „MATTHIAS KELLER“ ein Wein- und Bierhaus eröffne. Ich war jahrelang der Geschäftsführer vom Bierhaus „SHOLTZBITTRICH” („Schmutziger” ’Piszkos”) und hoffe, dass ich aufgrund der dort erworbenen Erfahrungen in meinem Haus alle Ansprüche befriedigen kann. Mit Hochachtung bitte ich Sie, zahlreiche Besuche bei mir vorzunehmenl

Matthias Baldauf

Der Gründer des bekannten Bierhauses Matthias Keller ist Matthias Baldauf aus Borostyánkő, aus dem Komitat Vas, geboren am 10. Januar 1873. Er war das Kind armer Bauer, das sich mit 13 aufgemacht hat, um sein Glück zu versuchen. Die erste Station seiner Reise war der Gasthof Fridrich in Felsőlövő. Hier hat er den Grund seines Berufes als Keller und Metzger angelernt, bald hat er aber Felsőlövő klein gefunden, er wollte mehr Wissen aneignen und erfahren und fuhr zuerst nach Graz, dann nach Wien. Nach den fleißigen Arbeitsjahren ist er wieder aufgebrochen und hat bis zur ungarischen Hauptstadt nicht angehalten. Damit hat er seinen Kindheitstraum erfüllt, weil er immer so gemeint hat, dass er hier eine seiner Fähigkeit und seinem Wissen entsprechende Arbeit und Fortkommensmöglichkeit finden würde.

Im Jahre 1896 war er im Gasthof Zöldfa (Grünbaum) in der Christinastadt dann im dem alten, innenstädtischen „Kis Piszkos” (Kleinschmutziger) beschäftigt und diesen hat er ab 1900 auch gemietet. In diesem Jahr hat er seine fleißige Kollegin, Teresia Antunovits (geboren am 11. Oktober 1879 in Érd) geheiratet. Sie haben mit frischer Laune und Kraft zusammengearbeitet und wurden selbstständig.

An der Front des damals auf dem Platz Esküdt aufgebauten Mietpalastes, auf der Seite der Strasse Kéményseprő wurde am 30. Januar 1904 der Matthias Keller eröffnet, welchen er nach seinem eigenen Namen benannt hat! Mit seiner Frau, mit der mittlerweile schon allseitig geachteten und beliebten Oma Teresia und mit vier Angestellten haben sie sich in dem Geschäft mit 20 Tischen an die Arbeit gesetzt. Gleich hat den damaligen Verbrauch und die Arbeitsleistung die Tatsache charakterisiert, dass an dem Eröffnungstag 9 Hektoliter Bier verzapft wurden. Zum Geschäft hat auch eine Terrasse gehört, wo mittlerweile 22 Tische „betrieben“ wurden, zwischen 11 und 12 Uhr in der Nacht in gleicher Qualität mit Zigeunermusik.

Nach zehn Jahren -1914- wurde das Nachbarhaus aufgebaut, dessen schon planmäßig zum Restaurantziel gebaute Räume ans Geschäft angeschlossen wurden (das ist der Großsaal) und damit wurde der Matthias Keller zu einem der bedeutendsten Bierstubenrestaurants der Hauptstadt mit 30 hauptstädtischen Angestellten. In dieser Zeit gelangte die Küche in den Keller, neben den Großsaal.

Seine Stammgäste bildeten die Mittelklasse, die Beamtenschicht und Studenten. In dieser Zeit sind die verschiedenen Tischgesellschaften entstanden. Davon ist die bekannteste Gesellschaft die „Herdenglocke“, in die die Schäfer gehören. Die Gesellschaft der „Hähne“ war gleichzeitig die Gesellschaft der „Amphibien“, weil am Vormittag die alten und am Nachmittag die jungen Hähne Bier getrunken haben. Die Tischgesellschaft „bei uns gibt’s noch freien Platz“ haben die meisten, ganz genau 104 Mitglieder gehabt. Für die Gesellschaft war charakteristisch, dass am Tisch um 3-4-5mal mehr Leute gesessen haben als der normale Sitzplatz am Tisch war und sie haben so den ganzen Tag Bier getrunken.

Im Geschäft existiert immer noch der Tisch „Herdenglocke“. Diese Tischgesellschaften haben von Geschlecht zu Geschlecht ihre Gewohnheiten weitergegeben. Daneben hat Matthias Baldauf ab 1909 3 Jahre lang das neue Restaurant von MÁV (Ungarische Staatliche Eisenbahn) mit mehreren Tausenden Platz gemietet und von hier hat er für sein Hauptgeschäft viele Gäste erworben, z.B. die Mitglieder des Sängervereins „Stahlstimme“. Sein Sachverstand und die packende Nettigkeit seiner Frau, die Genauigkeit und Aufmerksamkeit der Bedienung, die gute Küche und die Qualität seines guten Biers, welche fast zum Begriff wurde, haben seinen Namen auch im Ausland bekannt gemacht.

„Bitte schön die Baldaufs haben so angefangen, dass der Mann seine Frau Teresia ganz jung geheiratet hat. Damals haben die Drehers dort auf dem Platz Esküdt ihren riesigen Palast gebaut, in dem der Mattiaskeller eingerichtet wurde. Sie waren in dieser Zeit Zapfer, beide waren sehr fleißige Leute. Der Mann hat sich in der Küche mit der Beschaffung beschäftigt und Teresia hat sich um die Getränke und Gäste gekümmert. Resi sollte natürlich charmant sein, weil sie bei allen sehr beliebt war.

Sie haben sehr fleißig gearbeitet, bis sie dann ein solches Vermögen zusammengesammelt haben, dank dessen sie der Bierfabrik Dreher bezüglich des Kaufes des Geschäftes ein Angebot gemacht haben, weil sie es wie jetzt nur gemietet haben. Nach einer bestimmten Zeit, als die Dreher gesehen haben, wie korrekte Leute sie sind –die Dreher waren nicht interessiert, immer mehrere Geschäfte zu haben-, haben sie für sie eine Garantie bei MOGTAR übernommen. So haben sie von MOGTAR einen solchen Kredit bekommen, dass sie nachher den Palast gekauft haben. Sie wurden dadurch der Besitzer des Hauses und des Matthias Kellers auch. Das hat aber ihre Persönlichkeit nicht verändert. Sie haben ihre Arbeit mit dem gleichen Fleiß und Liebe geführt, sie haben sogar ihre Kinder so angestellt, als wären sie ganz fremde Kinder gewesen und sie haben ihre Arbeit so geführt. Wie richtig ihre Geschäftspolitik war, kann man auch davon sehen, dass aus diesen Kindern erstrangige bzw. die ersten Fachleute wurden. Die Tochter hat den Charme ihrer Mutter gehabt und der Sohn hat alles beherrscht, was er von seinem Vater gesehen hat.”

(Erinnerung von Lajos Patat, Budapest, Januar 1967, Ungarisches Handels- und Gastgewerbemuseum, Nr.: 466-70) Im ersten Weltkrieg ging er in Militärdienst. Seine Frau führt neben der Erziehung ihrer 9 Kinder und unter den schwierigen Verhältnissen das Geschäft erfolgreich. 1927 kauft er das Haus, so vergrößert er es aus dem Anlaß des 25. Jubiläums (Jubiläumssaal) und feiert am 30. Januar 1929 das Jubiläum. Matthias Baldauf besitzt in dieser Zeit schon das Haus, wo er mit 50 Angestellten, aber mit der gleichen Begeisterung wie am Eröffnungstag mit seiner Frau zusammenarbeitet. An ihrem Familientisch sitzen schon mit ihren Enkelkindern zusammen zu vierundvierzig.

Er feiert das Jubiläum auf toller Art. Er hat mit der vor 25 Jahren existierenden Speiskarte und Preisen auf einen Tag die alte, glückliche Friedenszeit zurückgezaubert. Diese Idee hat einen so großen Erfolg und Anklang, dass zwar das Jahr 1929 der Beginn der Dekonjuktur war, hat sich der Umsatz des Matthias Kellers um 20% erhöht und nicht nur die heimischen Zeitungen sondern auch die ausländische Presse hat es gewürdigt, sogar einige amerikanische Zeitschriften haben es auch erwähnt.

1934 hat er mit seiner Familie seinen Namen von Baldaufról auf Borostyánkői ungarisiert.

Er hat die weitere Entwicklung des Betriebs vom Matthias Keller fortgesetzt. 1937 hat er es aufgrund der Pläne des Architekten Károly Dávid modernisiert und mit den Wand- und Glasgemälden von Jenő Haranghy dekoriert, aber er konnte diese Arbeit wegen ihrer Arbeit, Krankheit und seines Todes vom 6. Oktober 1937 nicht mehr beenden. Nach dem Anlernen der zwei Fachleute begann eine neue Epoche, weil der Name Matthias im Namen des Matthias Kellers die Erinnerung unseres großen ungarischen Königs bewahrt.

Die alten Einrichtungen des Geschäftes wurden auf geschnitzte Renaissance- und altungarische Tische, Stühle und Schränke gewechselt. Die Anzahl des Personals überstieg 80 Personen. Die heutige Form des Geschäftes wurde 1937 ausgestaltet. Das war die letzte Umgestaltung, als es mit neuen Sälen erweitert wurde. Seine Glasfenster wurden auch in dieser Zeit auf bunte Mosaiken gewechselt. Die Wände wurden mit Fresken verziert.

In diesen Jahren war der Umsatz des Geschäftes bei 1 Million Pengö. Sein Tagesumsatz belief sich auf 2-3 Tausend Pengö. Der durchschnittliche, jährliche Bierumsatz machte 3-4 Tausend Hektoliter aus. Aus Wein wurden 3-4 Hundert Hektoliter vertrieben. Die beliebten Gerichte und Spezialitäten standen ab dem Eröffnungstag auf der Speisekarte: wie z.B. die geräucherte Haxe, geräucherte Zunge, Gulasch, Würstchen, -Einspenner- Würstchen, halbes saftiges Würstchen, Käsesorten, Fischgerichte. Die Atmosphäre war im Geschäft immer demokratisch. Das Geschäft wurde von der Witwe und ihren neun Kindern von Matthias (geboren: am 18. Februar 1906 in Budapest) sowie von Emmerich (geboren am 1. Oktober 1913 in Budapest) weitergeführt.

Emmerich hat das Fasori Evangelische Gymnasium von Budapest besucht und so hat er das Abitur abgelegt. Danach hat er die Gastgewerbeschule besucht und zwei Jahre lang als Lehrling im Geschäft seiner Eltern, im Matthias Keller absolviert. 1935-36 hat er in Mariazell, in Österreich im Hotel Surböckben sein Berufs- und Sprachwissen entwickelt und in allen Arbeitsphasen des Hotels, Restaurants und der Küche gearbeitet. Neben der deutschen Sprache hat er Italienisch, sogar später auch Englisch und Französisch erlernt, dann hat er die Meisterprüfung für Gastwirte abgelegt. Ab 1937 hat er mit seinem älteren Bruder, Matthias das Restaurant geführt, dann war er im Zeitraum von 1944 und 1945 im Militärdienst. Bei der Verstaatlichung hat er 1948 unter dem Namen „kleiner Matthias“ auf eine selbstständige Gaststätte in Budapest, József krt. 65. die Genehmigung erhalten. Das Geschäft wurde im Jahr 1951 bei dessen Aussiedlung von dem Geldinstitutszentrum abgepfändet. Bis zum 12. August 1953 wurde er in die Fajzat Puszta bei Gyöngyöstarján ausgesiedelt, wo er sein Geld durch zeitweilige Waldarbeiten verdient hat. Nach der Auflösung der Aussiedlung hat er in Érd gewohnt und war im Gasthaus Palace als Kellner tätig, dann wurde er beim Unternehmen für Gastgewerbe von Kőbánya beschäftigt, wo er zuerst als Kellner, als Verkäufer vom Büffet und dann als Geschäftsführer angestellt wurde.

Am 16. Juni 1997 ist er als Pensionist verstorben, der beim oben genannten Unternehmen noch auch während der Pensionszeit als Buchhalter gearbeitet hat. Jüngerer Matthias Borostyánkői (geb. am 18. Februar 1906 in Budapest) hat nach dem Abitur im Jahre 1924 in der Fachschule für Gastgewerbe einen Gautschbrief erworben. 1925 hat er im Pörtschach Park Hotel, dann 1928 in Leipzig im Auerbachs Keller als Lehrling gearbeitet. Ab 1937 bis 1949 hat er mit seinem jüngeren Bruder, Emmerich den Matthias Keller geführt.

Nach der Verstaatlichung war er ab 1950 25 Jahre lang als Warenbeschaffer im Hotel Astoria beschäftigt. Von hier ist er mit 70 in Rente gegangen. Er ist am 9. September 1998 verstorben. Der Umsatz des Geschäftes ist während des II. Weltkriegs auch nicht zurückgefallen. Er war aber in den Inflationszeiten niedrig. Die Warenbeschaffung wurde auch problematisch, man konnte die Rohware nicht für entsprechenden Preis beschaffen. Wegen der Verminderung des Umsatzes wurde ein Teil des Personals entlassen, so wurde die Personalanzahl in den Jahren 1944 und 45 von 80 auf 40 reduziert. Während der Obsidion war das Geschäft geschlossen und wurde zum Luftschutzraum.

Im Restaurant gab es sieben Brandfälle, das Parkett ist total verbrannt. 80% der Möbel und Einrichtungen ist kaputtgegangen. Der Besitzer hat das Geschäft zum 13. Februar, an dem ersten Tag nach der Befreiung von Budapest in Ordnung bringen lassen und es hat als Volksküche funktioniert. In dieser Zeit hat man die Waren nur gemäß Zuteilungen erhalten, so wurden Eintopfgerichte auf Bon gegeben. Die Rekonstruierung des Geschäftes und dessen Auffüllung mit Waren hat fast ein halbes Jahr lang gedauert. Die Personalanzahl musste durch die Steigerung des Umsatzes wieder erhöht werden. Lang, parallel mit der Entwicklung des Landes hat sich der Umsatz des Restaurants wieder entwickelt. Die Warenauswahl wurde auf dem Markt reicher und die Steigerung der Auswahl an Gerichten wurde möglich. Die „zweite” Blütezeit des Matthias Kellers begann zum 18. Mai 1947. An diesem Tag hat in Budapest das Bierfestival stattgefunden, in diesem Wettbewerb hat der Matthias Keller den ersten Preis gewonnen. An diesem denkwürdigen Tag wurden 30,5 Hektoliter Bier verkauft. Jeder Gast hat nach 5 Krüger Bier ein wahres saftiges Würstchen bekommen. Auf diesen Tag wurde im Geschäft die alte Speisekarte rückgestellt.


Bier

Braunbier “Bak”
Krüger 2,26 HUF
Glas 1,37 HUF
Helles Bier
Krüger 2,26 HUF
Glas 1,36 HUF

Badacsonyer Riesling 1l 12 HUF
Frischgebratene
Geröstete Leber 4,80 HUF
Zwiebelbraten 8,00 HUF
Wiener Schnitzel 7,50 HUF
Karpfen auf Rost gebraten 7,00 HUF
Waller paniert 10,00 HUF
1 Paar Würstchen 1,50 HUF


Diese sind die Gerichte, welche seit dem Betrieb des Restaurants auf der Speisekarte stehen. Der Sommer von 1948 war auch eine besondere Periode in der Geschichte des Restaurants. In diesem Sommer wurde der Bau der Freiheitsbrücke beendet. Der Rat des V. Bezirks hat für 1200 Personen ein festliches Mittagessen im Matthias Keller bestellt. Sie konnten das Tafeldecken nur so lösen, dass die ganze Strasse Kéményseprő abgeschlossen wurde und den Mitarbeitern wurde hier serviert. Wegen der niedrigen Personalanzahl wurden Hallenverkäufer engagiert, bei der Servierung und Vorstellung zu helfen. Bei der großen Party waren die Leiter des Bezirksrates, unter anderem Imre Gerő und Ferenc Nagy anwesend. Nach den guten Jahren hat das Geschäft die wirtschaftlichen Änderungen und Störungen sehr gespürt. 1949 wollte man es zumachen und aus dem Raum ein Möbellager ausgestalten. Dieser Plan wurde aber schnell abgelehnt, es wäre wegen des bis dann erreichten Erfolgs nicht konsequent gewesen.

Das Restaurant wurde am 29. Dezember 1949 verstaatlicht. Sándor Vili hat den Arbeitsplatz Geschäftsführer bekommen. Leider war er kein Fachmann, nur ein einfacher Bäckergeselle. Er konnte das Geschäft nicht in Betrieb setzen, er hat die bisherige Laufbahn des Restaurants nicht gekannt, er konnte die Reihe nicht fortsetzen, welche in den früheren Zeiten den Gästen anreizend war. Das Geschäft hat seinen Gästekreis fast in voller Maße verloren.

1950 wurde Endre Pap der Geschäftsführer. Er konnte die Probleme finden und lösen, welche sein Vorgänger nicht konnte. Er hat sich neben seinem Vater die Wissenschaft des Gastgewerbes angeeignet, sein Vater war der, der in Pest die Fischgerichte ohne Gräte beliebt gemacht hat. Diese speziellen Speisen hat Endre Pap in den Matthias Keller mit sich gebracht. In Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern hat er das Geschäft in Ordnung gebracht, sie haben den Bestand bezüglich der alltäglichen Verbrauchsartikel aufgefüllt, weil das Geschäft kaum mehr Teller, Gläser und Besteck hatte. Die Ausstattung der Küche musste auch in 50% ergänzt werden. Die Personalanzahl wurde von 30 auf 50 erhöht. Von dieser Wiedergeburt ist die Bierstubenart des Geschäftes verschwunden. Seine ungarische Ornamentik und Kelleratmosphäre haben ermöglicht, zu einem charakteristischen ungarischen Fischrestaurant zu werden. Auf der Speisekarte wogen die Fischgerichte vor, aber daneben haben die alten Spezialitäten damit auch gut harmonisiert. Diese waren nötig, um die alten Stammgäste zu behalten.

Der Gästekreis des Geschäftes hat sich bald an die Umgestaltung gewöhnt. Der Keller konnte weiter betrieben werden, um seine dritte Blütezeit zu erreichen.

Auf die geplanten Ergebnisse musste man nicht viel warten. Nach den extensiven Entwicklungen, die in diesen Zeiten für das ganze ungarische Gaststättengewerbe charakteristisch war, wog die intensive Entwicklungsetappe vor. Der Umsatz des Geschäftes hat 1952 schon die alten Werte erreicht, nur innerhalb des Niveaus gab es ein paar Mängel. In diesem Jahr wurde das Restaurant schon so rekonstruiert, dass man versucht hat, die Stimmung des Zeitalters vom König Matthias auszugestalten. Die Fresken wurden im Renaissance- und altungarischen Still ausgestaltet. Die Renaissancemöbel wurden in voller Maße behalten.

Selbst das Gebäude gelangte unter Denkmalschutz, was deshalb nachteilig war, weil das Geschäft nicht erweitert und umgestaltet werden konnte. Bezüglich der Einrichtungsgegenstände wurde sein ungarischer Charakter weiterentwickelt. Innerhalb der Gerichtsauswahl des Restaurants wogen die Spezialitäten der ungarischen Küche vor. Die bekannte Déki-Lakatos Dynastie hat durch seine Zigeunermusik jahrzehntelang zum Image des Restaurants beigetragen. Die Erhöhung des Niveaus des Restaurants verursachte keinen Rückfall im Umsatz, das haben die nächsten Zeiten auch bewiesen. Durch diese Niveauerhöhung und Ausgestaltung der eigenartigen Stimmung wurde der inländische und ausländische Ruf begründet. Die Probleme, die in der Zeit der Verstaatlichung im Matthias Keller vorhanden waren, kamen im Bereich des ganzen Gaststättengewerbes in dieser Zeit vor. In vielen Geschäften gab es keine solche Führung, die fachgerecht gewesen wäre und das war ein großes Risiko. Mehrere Geschäfte mussten auf eine bestimmte Zeit zugesperrt werden. Wahr ist aber, dass sich der Niedergang vieler Geschäfte aus der Eröffnung neuer Gastgewerbeanlagen ergab. Im Wettbewerb der Konkurrenz konnten viele Geschäfte nicht mithalten. In dem ungarischen Gaststättengewerbe haben die Steigerung und Entwicklung des Tourismus eine große Änderung ergeben. Die extensive Entwicklung der Unternehmen hat wieder begonnnen. Diese Bewegung kann in erster Linie im Hotelwesen beobachtet werden. In jeder größeren Stadt wurden Hotels gebaut, die Plätze der alten Gasthöfe wurden wenig. Dieser Prozess war nicht als letztes für den Plattensee und seine Umgebung charakteristisch. Mit der Entwicklung des Tourismus hat sich auch der Umsatz des Matthias Kellers bedeutend erhöht. Die Umsatzerhöhung war so groß, dass die Küche des Geschäftes erweitert werden musste. Die Fläche der Küche musste vergrößert werden, weil bei einem so großen Umsatz nicht mehr in der kleinen Küche gearbeitet werden konnte. In dieser Zeit hat das Geschäft die ersten Kühlschränke erhalten. Bei der Küchengerätschaft gab es auch große Änderungen. Die alten, schweren, verzinnten Kupfergeschirre wurden in großer Maße auf leichte Aluminiumgeschirre ausgetauscht. Diese Erweiterung wurde in den Jahren 1959-60 durchgeführt.

Das Vertriebsniveau des Restaurants wurde danach erhöht und entwickelt. Es hat moderne Geräte (Tellerwärmer, geschliffene Gläser, Servierungsmittel) erhalten. Im Restaurant wurde ein neues Servierungssystem eingeführt. Mit dieser Änderung wurden große Erfolge erreicht, sowohl bei den einheimischen als auch bei den ausländischen Gästen. Die ausländischen Gäste sind von zu Hause schon mit der Adresse des Geschäftes abgefahren.

Die letzte Umgestaltung wurde im Geschäft 1964 durchgeführt. Beim Bau der Elisabethbrücke wurde der Platz „15. März“ aufgefüllt, dabei wurde das Geschäft durch einen Vorraum ergänzt. Die Restaurantsräume wurden nicht umgestaltet, alles ist in ihrer alten Form geblieben. Um ein paar Jahre später wurde die Ungarisierung des Vorraums geplant, Gemälde und alte Gegenstände wollte man aufstellen, der Umbau der Wände wurde auch geplant, aber wegen unerreichbarer Gründe ist deren Verwirklichung ausgefallen. Leider passt der Vorraum nicht dem Einklang des Geschäftes, er weicht sehr von den im altungarischen und Renaissancestill ausgestalteten Räumen ab.

Der Umsatz des Geschäftes hat 1964 10 Millionen Forint überstiegen. Die Kapazität war vollständig ausgenutzt. Die Küche hat den großen Umsatz des Geschäftes nicht mehr ertragen und der Küchenraum hätte erweitert werden müssen, aber es konnte nicht mehr durchgeführt werden. So musste man für die Modernisierung der Küche entscheiden. Die alten Geräte wurden auf neue und moderne Anlagen gewechselt und daneben lag alles an der Handlichkeit und Findigkeit der Mitarbeiter. Es ist auch dadurch bewiesen, dass der Umsatz 1974 unter den gleichen Umständen den 24 Millionen HUF überstiegen hat. Die Personalanzahl wurde nicht erhöht und es wurden keine Anlagen mehr in die Erzeugung wegen des engen Platzes des Raumes eingestellt.

Im Laufe der Zeiten wurden die Fresken beschädigt und unerkennbar. Diese wurden in den Jahren 1969-70 von den Studenten der Hochschule der bildenden Künste mit der Leitung des Malers Gyula Bozó rekonstruiert. 1971 hat der Bierstubenteil nach den Plänen und aufgrund der Ausführung von Gyula Bozó Wandmalereien erhalten. Er hat auch die Themen der Bilder aus den hervorragenden Ereignissen des Lebens vom König Matthias genommen. Der Renaissancestimmung des Geschäftes passen die Wandgemälde harmonisch. Der Stolz des Restaurants ist noch ein Mosaikbild aus Glas, welches auch auf einer Briefmarke von 5 HUF gestanden ist.

1971 wurden schwedisch-amerikanische Klimaanlagen im Geschäft installiert, welche den Aufenthalt im Keller erträglicher gemacht haben.

Das im altungarischen und Renaissancestill gebaute Geschäft hat auch im Kreis des ausländischen Gaststättengewerbes große Anerkanntheit erworben. Das hat auch die Tatsache gezeigt, dass auch mehrere Geschäfte in europäischen Großstädten, Hauptstädten mit ähnlichem Charakter als der Matthias Keller eröffnet wurden. Das erste ins Ausland exportierte Geschäft wurde in Berlin aufgebaut. Es wurde in Zusammenarbeit, im Großteil mit ungarischem Personal eröffnet.

Adresse: Restaurant Matthias Keller
Berlin D.D.R.
Karl Marx Allee 91.

Diesem Geschäft ist bald ein anderes in München gefolgt. Der Erfolg hat hier auch nicht gefehlt. Die ungarischen Speisen, Getränke, hauptsächlich die Weine wurden bald populär. Nicht als letztes war die Zigeunermusik im Kreis der Gäste anreizend. 1971 wurde in Wien ein dem Mattias Keller ähnliches Geschäft eröffnet.

Im Geschäft wurde jährlich Ende Januar der Tag „Eisbrecher Matthias” gehalten. Die Jahresjubiläen konnten nur von Stammgästen besucht werden. Diese Tage, Jubiläen sind in angenehmer und anheimelnder Stimmung vergangen.

Die Zusammensetzung der Speisekarte des Restaurants hat sich in großer Maße verändert, aber von den alten speziellen Gerichten werden ein paar immer angeboten und die Ansprüche der Gäste werden berücksichtigt.